Digitale Grundbildung vermitteln

Teilhabemöglichkeiten und Chancen eröffnen 

Digitalisierung hat zunehmend Auswirkungen auf viele Lebensbereiche: Wie wir uns informieren, wie wir lernen, einkaufen, miteinander kommunizieren, unsere Freizeit gestalten oder Dienstleistungen der öffentlichen Verwaltung und Daseinsvorsorge in Anspruch nehmen – digitale Anwendungen unterstützen in immer mehr Bereichen des Alltags. Die Covid19-Pandemie hat diese Entwicklungen nochmals beschleunigt. Gerade jetzt zeigt sich deutlich: selbstbestimmte digitale Partizipation ist eine wichtige Voraussetzung für eine gute Lebensgestaltung aller Menschen – und trägt zusammen mit Medienkompetenz auch zum Gelingen der Demokratie bei.  

Eine repräsentative Befragung im Auftrag der Initiative „Digital für alle“ zeigt: Rund 80 Prozent der Deutschen betrachten die Digitalisierung als Chance für die Gesellschaft. * 

Digitale Ungleichheit zu reduzieren und die digitale Kompetenzentwicklung der breiten Bevölkerung bedarfsgerecht und systematisch zu fördern, ist eine Herausforderung im digitalen Zeitalter. Wir müssen hierbei alle mitnehmen. 

Im Digital Riser Report 2021, der vom European Center for Digital Competitiveness der ESCP Business School in Berlin erstellt wurde, werden die Veränderungen, die Länder rund um den Globus bei ihrer digitalen Wettbewerbsfähigkeit in den letzten drei Jahren durchlaufen haben, analysiert und bewertet. Innerhalb der G20 fiel Deutschland auf den 17. Platz und verlor 176 Punkte im Vergleich zum Vorjahr.  „Trotz des Weckrufs durch die Pandemie zeigt unser Report, dass digitale Technologien für viele Regierungen immer noch keine Priorität haben”, sagt Professor Philip Meissner vom European Center for Digital Competitiveness der ESCP Business School Berlin. “Das ist überraschend, denn die Art und Weise, wie Regierungen den digitalen Wandel ihrer Volkswirtschaften gestalten und navigieren, wird maßgeblich darüber entscheiden, wie wettbewerbsfähig und wohlhabend ihre Länder in den kommenden Jahrzehnten sein werden.” 

Das “Digital Skills Gap” beschreibt die Spaltung bei digitalen Kompetenzen, welche sich nach Bevölkerungsgruppen unterscheidet. 

In der Sonderstudie “Digital Skills Gap zeigen sich Spaltungen, insbesondere anhand von Alter, Bildung und Art der Berufstätigkeit. Die Fähigkeit, sich digitale Kompetenzen durch Verständnis und selbstständiges Dazulernen zu erschließen, hängt oft mit der Bildung zusammen. Digitale Angebote für die Bedürfnisse des Alltags zu kennen und zu nutzen, ist neben der Bildung auch vom Alter abhängig. Bei der Unterscheidung von seriösen und unseriösen Quellen fühlen sich 61% sicher der Befragten, allerdings nur 47% der über 70-Jährigen und 39% der Menschen mit niedriger Bildung. ** 

Unsere Aufgabe 

Unsere Aufgabe im Projekt Digitale Integration ist es, Hemmungen und Berührungsängste vor Informationstechnik und digitalen Medien abzubauen. Im individuellen Einzelunterricht machen wir Mut, die Herausforderungen anzunehmen. Digitale Inklusion bedeutet für uns, den Alltag von Menschen in ihrer jeweiligen Lebenswelt zu verbessern. Auf ihrem Weg in die digitale Welt holen wir die ab, die noch komplett offline sind oder nur geringe Kenntnisse besitzen und begleiten unsere Teilnehmer und Teilnehmerinnen Schritt für Schritt in dem Tempo, das sie selbst festlegen und mit dem sie sich wohlfühlen. Ohne die entsprechenden Erfahrungsräume ist es schwierig, mit den rasanten technischen Entwicklungen mitzuhalten. Diese Räume eröffnen wir. 

Wir machen den Zugang zur digitalen Welt auf und zeigen, dass die Lebensqualität steigt, weil man sich vernetzen kann, weil man Medien konsumieren kann oder weil man mit den Enkelkindern eine Videokonferenz machen kann. All das schafft Teilhabechancen und die digitalen Fertigkeiten lassen sich in persönliche Fertigkeiten und auch im Hinblick auf persönliche Qualifikation am Arbeitsmarkt übersetzen. 

 

* Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag der Initiative „Digital für alle“ durchgeführt hat. Im April 2021 wurden dabei 1.004 Personen in Deutschland ab 16 Jahren telefonisch befragt. Die Umfrage ist repräsentativ. Die Fragestellungen lauteten: „Welche Maßnahmen zur Förderung der digitalen Teilhabe sollten aus Ihrer Sicht umgesetzt werden?“ sowie „Sehen Sie die Digitalisierung eher als Chance oder eher als Gefahr?“. 
** Quelle: https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Artikel/Digitale-Welt/digitale-integration.html